Pflege - Was ist das?

Die Pflege eines Menschen gestaltet sich sehr vielfältig. Dabei geht es sowohl um die Anwendung der richtigen Massnahmen zur Erhaltung der Gesundheit, damit Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit möglichst lange erhalten bleiben, als auch um seelische Betreuung zur Förderung von Zuversicht und Lebensmut.

Wer braucht Pflege?

Der Begriff wird häufig als Sammelbegriff für die Unterstützung von älteren Menschen verwendet, jedoch handelt es sich um die Unterstützung von Menschen aller Altersstufen, die aufgrund von Alterserscheinungen, Krankheiten oder Unfällen kurzzeitig oder langfristig behandelt und betreut werden müssen. Oftmals sind diese Personen nicht in der Lage, ein selbständiges Leben zu führen.

 

Wer pflegt wen?

Zu pflegende Menschen können entweder zuhause, in ihrem gewohnten Umfeld oder in einer Pflegeeinrichtung gepflegt werden. Die Pflege zuhause übernehmen oftmals Angehörige oder ambulante Dienste wie öffentliche oder private Spitex-Organisationen. Eine Mischung von Betreuungs-Dienstleistungen durch Angehörige und Pflege-Dienstleistungen von professionellen Spitex-Organisationen ist oftmals für alle Beteiligten eine ideale Versorgungssituation.

Einige Menschen entscheiden sich für die sogenannte stationäre Pflege, die in Einrichtungen des betreuten Wohnens oder Pflegeheimen durch professionelle Pflegerinnen und Pfleger ausgeübt wird.

 

Wann ist Pflege notwendig?

Pflege wird notwendig, wenn bei Menschen gesundheitliche Einschränkungen vorliegen oder sie kein selbstbestimmtes Leben mehr führen können. Mögliche Fälle, bei denen Pflege notwendig ist:

  • Bei einer körperlichen Behinderung
  • Bei einer akuten oder chronischen Erkrankung
  • Bei Altersgebrechlichkeit
  • Bei Verletzungen durch Unfälle

Man unterscheidet zwischen Kurzzeitpflege und Langzeitpflege.

Die Kurzzeitpflege ist zeitlich begrenzt, denn es wird eine Besserung erwartet, durch die der Patient die Selbstbestimmung in seinem Leben wieder zurückgewinnen kann. Kurzzeitpflege kommt häufig bei Unfällen oder nach Verletzungen zum Einsatz.

Die Langzeitpflege wird angewendet, wenn keine Erwartung zur Verbesserung des Zustandes vorhanden sind. Sie kommt häufig bei körperlichen oder geistigen Behinderungen, Altersgebrechlichkeit und chronischen Erkrankungen zum Einsatz.

 

Was gehört zu Pflege?

Die Pflegeleistungen unterscheidet man in der Schweiz nach dem ABC-Prinzip. Dazu gehören:


A – Leistungen für Beratung und Abklärungen

B – Leistungen der Behandlungspflege

C – Leistungen der Grundpflege

 

Wer zahlt Pflege-Dienstleistungen?

Für alle Leistungen, die unter das ABC-Prinzip fallen, übernehmen alle Krankenkassen etwa 90% der Kosten, wenn ein Bedarf notwendig ist. Ob ein Bedarf notwendig ist, ermitteln Spitex-Organisationen gemeinsam mit den Ärzten des Patienten mit einer Bedarfsabklärung. Für den Patienten fällt ein Anteil von etwa 10% an, der von Kanton zu Kanton unterschiedlich ist. Im Kanton Zürich betragen die Kostenbeteiligungen der Patienten CHF 7.65/Tag. Im Kanton Aargau sind es CHF 15.35 pro Tag.
Patienten, die eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben, haben weiterhin einen Anspruch auf Kostenbeteiligung bei Betreuungsleistungen und hauswirtschaftlichen Leistungen. Der Umfang ist abhängig vom Gesundheitszustand des Patienten und vom Versicherungsanbieter.

 

Welche Arten von Pflege gibt es?

Man unterscheidet verschiedene Pflegearten, die je nach Lebensphase, Krankheitsbild oder Unfallsituation unterteilt werden. Zu ihnen gehören:
Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Palliative Care, Pflege bei Demenz, Onkologiepflege, etc.