Weihnachten mit Demenzkranken

Wie jedes Jahr nähert sich das Weihnachtsfest, das traditionelle Fest der Liebe und der Familie. Wir freuen uns auf beschauliche, entspannte Tage. Doch weit gefehlt. Um in den Genuss von Harmonie und Frieden wenigstens während der Festtage zu kommen, verfallen wir in der Vorweihnachtszeit umso mehr in Stress und Hektik.
Wenn dann noch die Belastung durch die Pflege von demenzkranken Angehörigen dazukommt, geraten viele Pflegende an ihre Grenzen. Und dieses Jahr besteht die zusätzliche Herausforderung darin, sämtliche Hygienemassnahmen während der Corona-Pandemie einzuhalten, um keine Gefährdung unter dem Weihnachtsbaum zu riskieren.
Alles in allem eine doppelt anstrengende Zeit. Wie Sie Ihren erkrankten Angehörigen während des Weihnachtsfestes zur Seite stehen und ein möglichst harmonisches Fest im kleinen Kreis der Familie feiern können, lesen Sie hier:

Weihnachten mit Demenzkranke

Spitex und Nachbarn einbinden

Entlastung bei den Vorbereitungen können durch Profis, Familienangehörige oder Nachbarn erfolgen. Diese können Einkäufe übernehmen oder für die Erkrankten da sein, während Sie unterwegs sind. Suchen Sie rechtzeitig Rat bei Pflegeberatungstellen und Spitexanbietern, die auf das Thema Demenz spezialisiert sind.
Vor allem die Pflegedienste beachten die Hygienemassnahmen sehr verantwortungsbewusst. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist selbstverständlich und auch die Abstandsregeln müssen, soweit möglich, beachtet werden.

Einbindung in den vorweihnachtlichen Prozess

Auf der Gefühlsebene erreicht man Demenzkranke sehr gut. Und gerade die Weihnachtszeit eignet sich ideal dafür. Reden Sie mit Ihren Angehörigen über ihre Erinnerungen an vergangene Weihnachtsfeste. Oft bekommt man Geschichten erzählt, die viele Details über sogenannte alte Zeiten enthalten. Auch das Backen von einfachen Rezepten kann Freude machen und Erinnerungen wecken. Bereiten Sie alle Familienmitglieder auf das Feiern mit dem erkrankten Angehörigen vor.

Vorbereitung der Erkrankten

Den betroffenen Personen fällt es viel leichter, sich auf den Weihnachtsabend einzulassen, wenn sie ein wenig darauf vorbereitet werden. Mit kurzen, klaren Sätzen kann man darüber sprechen, wie man sich den gemeinsamen Abend vorstellt. Dabei kann man die Sätze mit dem Zeigen von Gegenständen verdeutlichen.

Ruhe zum Fest

Gerade für an Demenz erkrankte Menschen ist es wichtig, ein ruhiges Fest zu verbringen. In angespannten Situationen werden sie schnell unruhig und fangen unter Umständen an herumzuwandern oder werden aggressiv. Vielleicht fängt die kranke Oma auch einfach an, den Baum abzuschmücken. Ruhe, keine Reizüberflutung und Gemütlichkeit tragen dazu bei, dass der Weihnachtsabend gelingt. Mit weniger Programmpunkten und weniger Lautstärke fühlen sich die Erkrankten nicht so schnell überfordert.

Wirkung von Sinnesreizen

Altbekannte Weihnachtslieder, Gerüche von Plätzchen und Braten oder Kerzenlicht können Emotionen hervorrufen und lassen Erinnerungen aufkommen, sodass Bilder vergangener Feste vor den Augen des Demenzkranken entstehen können, selbst wenn die Demenz bereits weit fortgeschritten ist.

Auf und Ab der Gefühle

Ein geschmückter Weihnachtsbaum, Kerzenlicht und Weihnachtslieder können natürlich auch Tränen hervorrufen. Demenzkranke sehnen sich oft zurück in die Zeit, in der alles noch vertraut und klar war. Angehörige sollten diese Gefühle respektieren und tröstend zur Seite stehen. Aber auch negative Gefühle können hervorgerufen werden. Für einen Weihnachtsabend an der Seite von Demenzkranken brauchen Sie sehr viel Einfühlungsvermögen und Geduld. Versuchen Sie Ihre erkrankten Angehörigen in besonders gefühlvollen Momenten abzulenken, indem Sie deren Aufmerksamkeit auf andere Dinge, z.B. ein bestimmtes Lied oder etwas Leckeres zum Essen, richten.

 

Wir wünschen Ihnen frohe Festtage und einen guten Start in ein gesundes neues Jahr!